Mein persönliches Kauf-Tagebuch

In den letzten Monaten habe ich unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen gekauft. Dabei habe ich gemerkt, dass nicht jede Kaufentscheidung gleich abläuft. Manche Käufe waren gut überlegt, andere eher spontan oder reine Gewohnheit.

Die vier Beispiele zeigen die vier gelernten Kaufprozess-Typen: komplexer Kaufprozess, risikoreduzierter Kaufprozess, abwechslungssuchender Kaufprozess und routinierter Kaufprozess.

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Echter / komplexer Kaufprozess

Produkt Gaming-Laptop Situation Ich wollte einen neuen Laptop kaufen, weil mein alter Laptop für Schule, Gaming und Videoschnitt zu langsam geworden war. Da ein Gaming-Laptop teuer ist, habe ich vorher viele Informationen gesammelt. Ich habe Testberichte gelesen, YouTube-Vergleiche geschaut und Preise verglichen. Einordnung Das ist ein echter beziehungsweise komplexer Kaufprozess , weil das Risiko hoch war. Ein Fehlkauf wäre teuer gewesen. Außerdem gab es viele Unterschiede zwischen den Produkten, zum Beispiel bei Prozessor, Grafikkarte, Speicher, Akku und Preis. Einflussfaktoren Besonders stark waren psychologische Einflussfaktoren . Ich wollte Sicherheit und vermeiden, dass ich später unzufrieden bin. Auch persönliche Faktoren waren wichtig, weil ich den Laptop für Gaming, Schule und Freizeit nutzen wollte. Zusätzlich haben soziale Faktoren eine Rolle gespielt, da Empfehlungen von Freunden und YouTube-Creatorn meine Meinung beeinflusst haben.

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Risikoreduzierter Kaufprozess

Produkt Handyvertrag Situation Ich brauchte einen neuen Handyvertrag mit mehr Datenvolumen. Die Anbieter wirkten auf den ersten Blick sehr ähnlich. Deshalb habe ich vor allem auf Preis, Netzabdeckung, Datenvolumen und Vertragslaufzeit geachtet. Einordnung Das ist ein risikoreduzierter Kaufprozess . Das Risiko war relativ hoch, weil ich mich monatlich finanziell binde. Gleichzeitig waren die Unterschiede zwischen den Angeboten nicht sofort klar erkennbar. Einflussfaktoren Hier waren vor allem psychologische Faktoren wichtig. Ich wollte ein sicheres Netz, stabile Kosten und keine bösen Überraschungen. Außerdem spielten persönliche Faktoren eine Rolle, weil ich viel mobiles Internet nutze. Erfahrungen aus Familie und Freundeskreis haben zusätzlich Vertrauen geschaffen.

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Abwechslungssuchender Kaufprozess

Produkt Neue Sorte Energy-Drink oder Snack Situation Normalerweise kaufe ich meistens dieselbe Marke. Diesmal habe ich aber spontan eine neue Sorte ausprobiert, weil die Verpackung auffällig war und ich Lust auf etwas Neues hatte. Einordnung Das ist ein abwechslungssuchender Kaufprozess . Das Risiko war niedrig, weil das Produkt günstig war. Ich musste nicht lange überlegen und habe aus Neugier gewechselt. Einflussfaktoren Hier standen psychologische Faktoren im Vordergrund: Neugier, Lust auf Abwechslung und spontane Entscheidung. Auch kulturelle Faktoren spielten eine Rolle, weil auffällige Verpackungen und Trend-Sorten besonders junge Zielgruppen ansprechen.

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Routinierter Kaufprozess

Produkt Zahnpasta Situation Ich kaufe meistens dieselbe Zahnpasta. Im Geschäft denke ich kaum darüber nach, sondern greife automatisch zur bekannten Marke. Einordnung Das ist ein routinierter Kaufprozess . Das Produkt ist günstig, das Risiko niedrig und ich kenne es bereits. Deshalb gibt es kaum Informationssuche. Einflussfaktoren Am wichtigsten waren persönliche Faktoren , vor allem Gewohnheit. Auch psychologische Faktoren spielten eine Rolle, weil mir die vertraute Marke Sicherheit gibt. Ich weiß, was ich bekomme, und muss nicht neu vergleichen.

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Reale Marktanalyse – Netflix

Für die Marktanalyse habe ich Netflix gewählt. Netflix gehört zur Branche der Streaming- und Unterhaltungsplattformen. Das Unternehmen bietet Filme, Serien, Dokumentationen, Anime und eigene Netflix Originals an. Die Inhalte können auf Smartphones, Tablets, Laptops, Smart-TVs, Streaming-Geräten und Spielkonsolen genutzt werden. [ netflix.com ] Netflix ist ein gutes Beispiel, weil der Kaufprozess digital abläuft und das Unternehmen viele psychologische und soziale Trigger nutzt, um Kunden zu gewinnen und langfristig zu halten Phase 1: Bedarfserkennung Viele Kunden haben zuerst nur ein allgemeines Bedürfnis nach Unterhaltung, Entspannung oder Ablenkung. Dieses Bedürfnis wird durch Netflix in einen konkreten Bedarf verwandelt: Der Kunde möchte jederzeit Serien und Filme streamen können. Netflix nutzt dafür verschiedene Trigger. Neue Serien, exklusive Inhalte, Social-Media-Hypes und Empfehlungen von Freunden können aus einem unklaren Wunsch nach Unterhaltung eine konkrete Nachfrage machen. Wenn Freunde über eine neue Serie sprechen, entsteht schnell das Gefühl: „Ich will mitreden können.“ Typische Trigger Serien-Hype auf Social Media Empfehlungen von Freunden Langeweile am Abend Wunsch nach flexibler Unterhaltung Exklusive Netflix Originals Inhalte für verschiedene Zielgruppen Phase 2: Informationssuche In der Informationsphase sucht der Kunde nach Antworten auf Fragen wie: Was kostet Netflix? Welche Inhalte gibt es? Auf welchen Geräten kann ich Netflix nutzen? Informationen findet die Zielgruppe vor allem online. Dazu gehören die Netflix-Webseite, Social Media, YouTube, Vergleichsseiten, App-Bewertungen und Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld. Netflix erleichtert diese Phase, weil auf der Webseite erklärt wird, dass Netflix Filme, Serien, Dokumentationen und weitere Inhalte anbietet. Außerdem beschreibt Netflix, dass Inhalte auf vielen Geräten wie Smartphone, Tablet, Laptop, Fernseher und Spielkonsole verfügbar sind. Zusätzlich gibt es ein Hilfe-Center für Fragen zur Registrierung, Nutzung, Zahlung und technischen Problemen. [ netflix.com ] [ help.netflix.com ] Typische Informationsquellen Netflix-Webseite TikTok, Instagram und YouTube Freunde und Familie Vergleichsportale Testberichte und Rankings Hilfe-Center von Netflix Phase 3: Bewertung der Alternativen In dieser Phase vergleicht der Kunde Netflix mit anderen Streamingdiensten wie Disney+, Amazon Prime Video, WOW oder Apple TV+. Harte Kriterien Preis Anzahl und Qualität der Inhalte Bildqualität Gerätekompatibilität Kündigungsbedingungen Anzahl paralleler Streams Weiche Kriterien Image der Marke Exklusivität bestimmter Serien Design der App Empfehlungen des Algorithmus Beliebtheit im Freundeskreis Gefühl, bei aktuellen Trends dabei zu sein Netflix wirbt mit einem Einstiegspreis ab 4,99 € und damit, dass das Abo jederzeit kündbar ist. Außerdem stellt Netflix die Nutzung auf vielen Geräten und die Möglichkeit zum Herunterladen von Inhalten für die Offline-Nutzung heraus. Phase 4: Kaufentscheidung Bei der Kaufentscheidung versucht Netflix, möglichst viele Hürden abzubauen. Der Kunde soll nicht lange überlegen müssen, sondern schnell und einfach ein Abo abschließen können. Ein wichtiger Punkt ist die Flexibilität. Netflix betont, dass die Mitgliedschaft jederzeit kündbar ist. Dadurch sinkt das Risiko aus Sicht des Kunden. Außerdem kann die Anmeldung direkt online gestartet werden. Im Anmeldeprozess wird hervorgehoben, dass es keine Verpflichtung gibt und Netflix auf allen Geräten genutzt werden kann. [ netflix.com ] Hürden, die Netflix abbaut einfache Online-Anmeldung monatliches Abo statt langfristiger Bindung jederzeit kündbar Nutzung auf vielen Geräten klare Abo-Auswahl bekannte Marke mit hohem Vertrauen Durch diese Maßnahmen fühlt sich der Kunde sicherer. Die Entscheidung wirkt weniger endgültig, weil man das Abo bei Unzufriedenheit wieder kündigen kann. Phase 5: Nachkaufverhalten Nach dem Kauf möchte Netflix verhindern, dass der Kunde Kaufreue entwickelt. Diese Kaufreue nennt man kognitive Dissonanz . Sie entsteht, wenn der Kunde nach dem Abschluss zweifelt, ob das Abo wirklich sinnvoll war. Netflix versucht, direkt nach dem Kauf positive Erlebnisse zu schaffen. Dazu gehören personalisierte Empfehlungen, eine große Auswahl an Inhalten, Profile für verschiedene Nutzer und Downloads für unterwegs. Netflix weist selbst darauf hin, dass Inhalte heruntergeladen und offline angesehen werden können. Außerdem gibt es Kinderprofile ohne Aufpreis innerhalb der Mitgliedschaft. Bei Problemen bietet das Hilfe-Center Unterstützung zu Konto, Login, Zahlungsart und technischen Fragen. [ netflix.com ] [ help.netflix.com ] Maßnahmen gegen Kaufreue personalisierte Startseite Empfehlungen passend zum Geschmack neue Inhalte und Rankings einfache Nutzung auf verschiedenen Geräten Downloads für unterwegs Hilfe-Center und Support Kinderprofile für Familien Ergebnis Der Kunde soll schnell merken: „Das Abo lohnt sich.“ Wenn Netflix regelmäßig neue passende Inhalte vorschlägt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde bleibt. Netflix führt Kunden sehr geschickt durch den Kaufprozess. Aus einem allgemeinen Bedürfnis nach Unterhaltung entsteht durch Serien-Hypes, Empfehlungen und einfache Anmeldung eine konkrete Nachfrage. Besonders stark ist Netflix darin, Risiken zu reduzieren: Der Kunde kann monatlich zahlen, online starten und jederzeit kündigen.

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Flatlay of laptop with notebook on top with peach colored background.

Marketing-Sabotage

In diesem Teil stelle ich mir vor, ich wäre Marketing-Manager bei Netflix. Mein Ziel ist es, Kunden, die routiniert bei einem anderen Streamingdienst bleiben, aus ihrer Gewohnheit herauszuholen. Sie sollen neugierig werden und Netflix als spannende Alternative wahrnehmen. Strategie 1: „Du streamst noch oder scrollst du nur?“ Grundidee Viele Menschen öffnen abends automatisch dieselbe Streaming-App, scrollen lange durch die Vorschläge und finden trotzdem nichts Interessantes. Genau dieses Verhalten könnte Netflix humorvoll aufgreifen. Umsetzung Netflix könnte kurze Social-Media-Clips auf TikTok, Instagram und YouTube Shorts veröffentlichen. In den Clips sieht man Menschen, die genervt durch immer gleiche Vorschläge scrollen. Am Ende erscheint der Satz: „Du streamst noch oder scrollst du nur? Zeit für neue Geschichten.“ Danach werden neue Netflix-Serien oder Top-10-Inhalte eingeblendet. Psychologischer Trigger Diese Strategie nutzt den Wunsch nach Abwechslung. Der Kunde erkennt seine eigene Routine wieder und merkt, dass er vielleicht aus Gewohnheit beim alten Anbieter bleibt. Ziel Der routinierte Kaufprozess bei der Konkurrenz wird unterbrochen. Aus dem automatischen Verhalten wird ein bewusster Vergleich. Der Kunde denkt: „Vielleicht schaue ich mal, was Netflix aktuell hat.“ Strategie 2: Netflix-Erlebnisbox in der Innenstadt Grundidee Netflix könnte in Innenstädten oder Einkaufszentren kleine Erlebnisboxen aufstellen. Diese Boxen sind wie Räume aus bekannten Serien gestaltet. Passanten können hineingehen, Fotos machen, kurze Rätsel lösen oder exklusive Trailer ansehen. Umsetzung Die Erlebnisbox könnte wechselnde Themen haben, zum Beispiel Krimi, Fantasy, Comedy oder Drama. Wer teilnimmt, bekommt am Ende einen QR-Code. Dieser führt zu einer Netflix-Seite mit passenden Empfehlungen oder einem aktuellen Serien-Highlight. Psychologischer Trigger Diese Strategie nutzt Überraschung, Neugier und FOMO, also die Angst, etwas zu verpassen. Wenn Freunde Fotos aus der Erlebnisbox posten, entsteht sozialer Druck. Andere wollen ebenfalls wissen, worum es geht. Ziel Der Kunde wird im Alltag emotional angesprochen. Er denkt nicht zuerst über Preise und Abos nach, sondern verbindet Netflix mit Erlebnis, Spaß und neuen Inhalten. Beide Strategien sollen Kunden aus ihrer Routine reißen. Statt nur rational für Netflix zu werben, sprechen sie Emotionen an: Neugier, Langeweile, Überraschung und den Wunsch, bei aktuellen Trends dabei zu sein. So kann aus einem routinierten Kunden der Konkurrenz ein abwechslungssuchender Käufer für Netflix werden.

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black and gray pen on table

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Fountain pen and a notebook

Echter / komplexer Kaufprozess

Gaming-Laptop Situation Ich wollte einen neuen Laptop kaufen, weil mein alter Laptop für Schule, Gaming und Videoschnitt zu langsam geworden war. Da ein Gaming-Laptop teuer ist, habe ich vorher viele Informationen gesammelt. Ich habe Testberichte gelesen, YouTube-Vergleiche geschaut und Preise verglichen. Einordnung Das ist ein echter beziehungsweise komplexer Kaufprozess , weil das Risiko hoch war. Ein Fehlkauf wäre teuer gewesen. Außerdem gab es viele Unterschiede zwischen den Produkten, zum Beispiel bei Prozessor, Grafikkarte, Speicher, Akku und Preis. Einflussfaktoren Besonders stark waren psychologische Einflussfaktoren . Ich wollte Sicherheit und vermeiden, dass ich später unzufrieden bin. Auch persönliche Faktoren waren wichtig, weil ich den Laptop für Gaming, Schule und Freizeit nutzen wollte. Zusätzlich haben soziale Faktoren eine Rolle gespielt, da Empfehlungen von Freunden und YouTube-Creatorn meine Meinung beeinflusst haben.

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Risikoreduzierter Kaufprozess

Produkt Handyvertrag Situation Ich brauchte einen neuen Handyvertrag mit mehr Datenvolumen. Die Anbieter wirkten auf den ersten Blick sehr ähnlich. Deshalb habe ich vor allem auf Preis, Netzabdeckung, Datenvolumen und Vertragslaufzeit geachtet. Einordnung Das ist ein risikoreduzierter Kaufprozess . Das Risiko war relativ hoch, weil ich mich monatlich finanziell binde. Gleichzeitig waren die Unterschiede zwischen den Angeboten nicht sofort klar erkennbar. Einflussfaktoren Hier waren vor allem psychologische Faktoren wichtig. Ich wollte ein sicheres Netz, stabile Kosten und keine bösen Überraschungen. Außerdem spielten persönliche Faktoren eine Rolle, weil ich viel mobiles Internet nutze. Erfahrungen aus Familie und Freundeskreis haben zusätzlich Vertrauen geschaffen.

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three men sitting on chair beside tables

Abwechslungssuchender Kaufprozess

Produkt Neue Sorte Energy-Drink oder Snack Situation Normalerweise kaufe ich meistens dieselbe Marke. Diesmal habe ich aber spontan eine neue Sorte ausprobiert, weil die Verpackung auffällig war und ich Lust auf etwas Neues hatte. Einordnung Das ist ein abwechslungssuchender Kaufprozess . Das Risiko war niedrig, weil das Produkt günstig war. Ich musste nicht lange überlegen und habe aus Neugier gewechselt. Einflussfaktoren Hier standen psychologische Faktoren im Vordergrund: Neugier, Lust auf Abwechslung und spontane Entscheidung. Auch kulturelle Faktoren spielten eine Rolle, weil auffällige Verpackungen und Trend-Sorten besonders junge Zielgruppen ansprechen.

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